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Unfall im Kreisverkehr: Wer hat Vorfahrt, wer zahlt?

Im Kreisverkehr hat Vorfahrt, wer sich schon im Kreis befindet; wer einfährt, muss warten (§ 9a StVO). Die meisten Streitfälle entstehen beim Ausfahren, vor allem bei Spurwechsel im mehrspurigen Kreisel und fehlendem Blinken. Entscheidend sind Spurlage und Schadensbild, danach richtet sich die Haftungsquote.

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Kreisverkehr auf einen Blick

Die vier wichtigsten Punkte, bevor Du weiterliest:

Vorfahrt
Wer schon im Kreis fährt
Einfahren
Wartepflicht, nicht blinken
Ausfahren
Rechtzeitig blinken, Außenspur beachten
Streitpunkt
Spurwechsel im zweispurigen Kreisel
Vorfahrt-gewähren- und Kreisverkehrsschilder: Unfall im Kreisverkehr, wer hat Vorfahrt und wer zahlt
Im Kreisverkehr hat Vorfahrt, wer sich schon im Kreis befindet.

Regeln

Wer im Kreisverkehr Vorfahrt hat

Der Kreisverkehr ist durch Zeichen 215 und „Vorfahrt gewähren“ geregelt (§ 9a StVO).

Wer einfahren will, muss auf Fahrzeuge im Kreis warten. Wer im Kreis fährt, hat Vorfahrt. Beim Einfahren wird nicht geblinkt, beim Verlassen des Kreisels wird rechtzeitig der Blinker gesetzt, damit andere die Ausfahrt erkennen.

Auf mehrspurigen Kreiseln gilt zusätzlich, dass jeder in seiner Spur bleiben soll, sofern er nicht gefahrlos wechseln kann. Das ist die häufigste Quelle für Streit.

Haftung

Wer bei Unfällen im Kreisel haftet

Die Haftung hängt davon ab, wo und wie es gekracht hat:

  • Einfahrender gegen Fahrzeug im Kreis: Meist haftet der Einfahrende, weil er Wartepflicht hat.
  • Ausfahrender kreuzt Außenspur: Wer von der Innenspur ausfährt und die Außenspur kreuzt, haftet oft überwiegend, wenn dort jemand fährt.
  • Spurwechsel im Kreisel: Der Wechselnde muss die Gefährdung ausschließen, ähnlich wie beim Spurwechsel auf der Straße.
  • Fehlendes Blinken: Wer beim Ausfahren nicht blinkt, kann mithaften, auch wenn er an sich Vorfahrt hat.

Vor Ort

Das solltest Du nach einem Kreisel-Unfall tun

Im Kreisverkehr entscheidet die Spurlage, deshalb zählt die Dokumentation der Fahrwege:

  1. Absichern. Der Kreisel ist unübersichtlich. Fahr beide Autos erst nach den Fotos aus dem Kreis, wenn sie noch fahrbereit sind.
  2. Spurlage fotografieren. Fotografiere Fahrbahnmarkierungen, Spuren und die Endstellung, möglichst von mehreren Seiten.
  3. Ein- und Ausfahrt festhalten. Notiere, aus welcher Ausfahrt und in welche Spur Du gefahren bist, und frag den Gegner danach.
  4. Blinkverhalten notieren. Wer hat wann geblinkt? Zeugen und Dashcam helfen.
  5. Polizei bei Streit. Bei widersprüchlichen Angaben zur Spur ist ein Protokoll sinnvoll.
  6. Gutachter einschalten. Er wertet Kontaktstellen und Schadensbild aus und ordnet sie den Fahrwegen zu.

Ansprüche

Was Dir nach einem Kreisel-Unfall zusteht

Die Haftungsquote bestimmt, welchen Anteil der Versicherung Du bekommst.

Je nach Quote ersetzt die Versicherung Reparaturkosten, Wertminderung, Nutzungsausfall und Gutachterkosten ganz oder anteilig. Weil Kreiselunfälle oft zu Quoten zwischen Alleinhaftung und hälftiger Teilung führen, lohnt sich ein Gutachten, das Spurlage und Kontaktpunkte belegt.

Häufige Fragen

Kreisverkehr: Deine Fragen

Wer hat im Kreisverkehr Vorfahrt?

Wer sich bereits im Kreisverkehr befindet. Wer einfahren will, muss warten (§ 9a StVO).

Muss man beim Ausfahren aus dem Kreisel blinken?

Ja, rechtzeitig beim Verlassen, damit andere Verkehrsteilnehmer die Ausfahrt erkennen. Beim Einfahren wird nicht geblinkt.

Unfall beim Spurwechsel im Kreisel: Wer zahlt?

Meist der Wechselnde, wenn er die Gefährdung nicht ausgeschlossen hat. Entscheidend sind Spurlage und Kontaktstelle. Mehr zum Prinzip: Spurwechsel-Unfall.

Lohnt sich ein Gutachten nach einem Kreisel-Unfall?

Ja, weil Kreiselunfälle oft um die Quote gestritten wird. Das Gutachten belegt Schaden, Kontaktstellen und Hergang.

So helfe ich Dir

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