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Diren Köysüren

Ratgeber · Stand: 23.10.2026

Auffahrunfall: Polizei rufen und was tun als Geschädigter?

Es hat gekracht und Du fragst Dich, ob Du die Polizei rufen musst und was jetzt zu tun ist? Hier erfährst Du, wann die Polizei sinnvoll ist, wie Du als Geschädigter Beweise sicherst und was Dir nach einem Auffahrunfall zusteht.

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Das Wichtigste in Kürze

Bei einem Auffahrunfall mit reinem Blechschaden gibt es keine generelle Pflicht, die Polizei zu rufen. Ratsam ist es trotzdem oft. Wichtiger sind Fotos, Daten und Zeugen, bevor sich die Unfallstelle auflöst.

Polizei
Keine generelle Pflicht bei Sachschaden, aber bei Verletzten, Streit oder Flucht ein Muss
Schuldfrage
Meist trifft den Auffahrenden die Schuld, Ausnahmen gibt es
Sofort
Absichern, Fotos machen, Daten und Zeugen sichern
Danach
Bei Beschwerden zum Arzt, Gutachten vor der Reparatur
Auffahrunfall: Die Front eines silbernen Kleinwagens steht am Heck eines grauen Kombis, am Stoßfänger sind Kratzer und Verformungen sichtbar
Auffahrunfall: Am Heck sieht der Schaden oft harmloser aus, als er ist.

Polizei rufen?

Muss man bei einem Auffahrunfall die Polizei rufen?

Bei einem Auffahrunfall mit reinem Sachschaden gibt es keine allgemeine Pflicht dazu, solange Ihr eure Daten austauscht und beide alle nötigen Angaben machen.

Trotzdem ist die Polizei in vielen Fällen die bessere Wahl. Ihr Protokoll ist ein wertvoller Beweis, falls der Hergang später bestritten wird. Ruf sie auf jeden Fall, wenn:

  • Jemand verletzt ist. Dann wählst Du zuerst den Notruf 112 und leistest Erste Hilfe.
  • Der Unfallgegner flüchtet oder keine Angaben machen will.
  • Ihr euch über den Hergang oder die Schuld streitet.
  • Du den Verdacht hast, dass Alkohol oder Drogen im Spiel sind.
  • Die Unfallstelle gefährlich ist oder der Verkehr behindert wird.

Im Zweifel lieber einmal zu viel anrufen. Bei reinen Blechschäden nimmt die Polizei den Unfall allerdings nicht immer auf. Dann sind Deine eigenen Fotos und Notizen umso wichtiger.

Auffahrunfall: was tun als Geschädigter?

Auffahrunfall: Was tun als Geschädigter?

Wenn jemand Dir hinten aufgefahren ist, helfen diese sieben Schritte:

  1. Unfallstelle absichern. Schalte den Warnblinker ein, zieh die Warnweste an und stelle bei Bedarf das Warndreieck auf.
  2. Auf Verletzte achten. Sind Personen verletzt, ruf den Notruf 112 und leiste Erste Hilfe.
  3. Fotos machen. Fotografiere die Fahrzeugstellung, beide Fahrzeuge, den Schaden im Detail, die Kennzeichen und die Umgebung. Fahre Fahrzeuge erst danach beiseite, wenn sie den Verkehr behindern.
  4. Daten austauschen. Notiere Name, Anschrift, Telefonnummer, Kennzeichen und Versicherung des Unfallgegners. Fülle wenn möglich gemeinsam den Unfallbericht aus.
  5. Zeugen sichern. Frage Zeugen nach Namen und Telefonnummer.
  6. Keine Schuld eingestehen. Unterschreibe nichts, was Du nicht prüfen konntest, und gib am Unfallort kein Schuldeingeständnis ab.
  7. Gutachter einschalten. Bist Du unschuldig, ruf mich an, auch noch von der Unfallstelle aus. Ich dokumentiere den Schaden, bevor repariert wird.

Schuldfrage

Wer ist schuld bei einem Auffahrunfall?

Bei einem Auffahrunfall spricht der erste Anschein dafür, dass der Auffahrende zu dicht gefahren oder unaufmerksam war.

Deshalb haftet in der Regel er, beziehungsweise seine Kfz-Haftpflichtversicherung. Es gibt aber Ausnahmen: Wer ohne Grund stark bremst oder dicht vor einem anderen Fahrzeug die Spur wechselt, kann eine Mitschuld tragen. Wie die Haftung verteilt wird, hängt immer vom Einzelfall ab.

Genau deshalb sind Beweise so wichtig: Fotos der Fahrzeugstellung, Zeugenaussagen und ein lückenlos dokumentierter Schaden. Mehr zur Schuldfrage und zum Haftpflichtschaden findest Du im Lexikon.

Schaden und Folgen

Das solltest Du nach einem Auffahrunfall prüfen lassen

Am Heck sieht ein Schaden oft harmloser aus, als er ist, weil die Stoßfängerverkleidung zurückfedert.

  • Hinter dem Stoßfänger: Halter und Träger können gebrochen oder verzogen sein, auch wenn von außen wenig zu sehen ist.
  • Sensorik und Anbauteile: Parksensoren und andere Teile im Stoßfänger müssen geprüft werden.
  • Karosserie: Heckklappe, Kofferraumboden und Spaltmaße zeigen, ob sich der Aufprall weitergegeben hat.
  • Dein Körper: Auffahrunfälle belasten die Halswirbelsäule. Beschwerden zeigen sich oft erst nach Stunden oder Tagen. Geh bei Schmerzen zum Arzt und lass sie dokumentieren.

Dazu kommen finanzielle Folgen, die Dir zustehen können: Wertminderung, Nutzungsausfall oder Mietwagen sowie die Gutachterkosten. Liegt Dein Schaden über der Grenze eines Bagatellschadens von rund 750 Euro, brauchst Du ein Gutachten. Im Zweifel prüfe ich, ob es sich wirklich um einen Bagatellschaden handelt.

Häufige Fragen

Auffahrunfall: Deine Fragen

Muss man bei einem Auffahrunfall die Polizei rufen?

Bei reinem Sachschaden nicht generell, solange ihr eure Daten austauscht. Bei Verletzten, Streit, Flucht oder Verdacht auf Alkohol oder Drogen solltest Du die Polizei aber immer rufen. Im Zweifel lieber einmal zu viel.

Auffahrunfall: Was tun als Geschädigter, wenn der Unfallgegner keine Daten herausgibt?

Notiere sofort das Kennzeichen und ruf die Polizei. Über das Kennzeichen lassen sich Halter und Versicherung ermitteln. Fotos und Zeugen sichern zusätzlich Deinen Anspruch.

Wer zahlt nach einem Auffahrunfall?

Ist der Auffahrende schuld, zahlt in der Regel seine Kfz-Haftpflichtversicherung: Reparatur, Wertminderung, Nutzungsausfall und die Gutachterkosten. Trägst Du eine Mitschuld, wird der Schaden anteilig aufgeteilt. Mehr dazu: Gutachterkosten.

Muss ich nach einem Auffahrunfall zum Arzt?

Eine Pflicht gibt es nicht. Bei einem Auffahrunfall ist es aber ratsam, sich untersuchen zu lassen, auch wenn Du zunächst keine Beschwerden hast. Beschwerden an der Halswirbelsäule treten oft erst später auf, und ein ärztlicher Befund dokumentiert sie.

Darf ich nach dem Unfall weiterfahren oder gleich reparieren lassen?

Prüfe zuerst, ob Dein Auto verkehrssicher ist, zum Beispiel Beleuchtung und Stoßfänger. Lass erst reparieren, wenn der Schaden durch ein Gutachten dokumentiert ist. Du kannst Dir den Schaden auch auszahlen lassen.

So helfe ich Dir

Dein Gutachter nach dem Auffahrunfall

Als unabhängiger Kfz-Sachverständiger komme ich zu Dir an die Unfallstelle, in die Werkstatt oder nach Hause. Mein Unfallgutachten ist in nur 24 Stunden fertig und für Geschädigte kostenlos. Den groben Schaden kannst Du vorab mit dem Schadensrechner einschätzen. Alle Schritte nach einem Unfall im Überblick: Autounfall – was tun?

Dieser Beitrag bietet allgemeine Informationen und ersetzt keine individuelle Rechtsberatung.

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